Medea

nach Franz Grillparzer und anderen

Einführung 18:15

eine Pause | Achtung, besondere Anfangszeit! | Fr 03.11.17 | 19:00–22:00 | Schauspielhaus


  • © Katrin Ribbe
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ZUM STÜCK

Keine andere Frauengestalt der antiken Literatur hat in ihrer Wirkungsgeschichte einen so prägenden Eindruck hinterlassen wie Medea - bis heute. Als Mörderin des Bruders, des Onkels, der Nebenbuhlerin und ihrer beiden Kinder umgibt sie eine Aura aus Schrecken und Faszination. Zahllose Nacherzählungen und Überschreibungen suchen nach einer Deutung. Der monströse Kindsmord steht am Ende. Es gibt eine Vorgeschichte. Medeas Vater Aites, König der Kolcher, den Griechen Inbegriff der Barbaren, ist unrechtmäßig in den Besitz des Goldenen Vlieses gekommen. Die Argonauten unter der Führung Jasons suchen Kolchis heim, um den Raub zu rächen. Medea, ausgestattet mit Zauberkräften, hilft den Fremden, verliebt sich in ihren Führer, opfert ihm Vater und Bruder und flieht mit ihm aus der Heimat. Nach langer Irrfahrt, in Jasons Heimat nicht willkommen geheißen, gelangen sie nach Korinth. Kinder wurden ihnen geboren, doch die Liebe ist erloschen. Medea bleibt hier eine Fremde. Der einst strahlende Held Jason wird zum Pragmatiker und geht eine Beziehung zur jungen Königstochter Kreusa ein. Sie sichert ihm und den Kindern ein Leben in Frieden, Medea gibt er preis. Entwurzelt, den Verrat nicht verwindend, holt sie zur Rache aus und katapultiert ihr Leben, da es zum kleinbürgerlichen Beziehungsdrama zu verzwergen droht, zurück in mystische Dimensionen.


FRANZ GRILLPARZER (1791 – 1872) hat den mythischen Stoff in seiner Trilogie Das goldene Vlies in eine geschichtsphilosophische Tragödie verwandelt, in eine Geschichte der Gewalt, die aus Ignoranz, Missverständnissen und Fehldeutungen entsteht. Seine Bearbeitung ist Ausgangspunkt von Tom Kühnels Beschäftigung mit dem Stoff, der durch die Jahrhunderte unterschiedlichste Wandlungen erfahren hat.

 

Schauspielerin Katja Gaudard in unserer Radiosendung Theaterzeit auf Radio Hannover zu Medea:

REGIETEAM

Regie Tom Kühnel + Bühne Jo Schramm + Kostüme Daniela Selig + Musikalische Leitung Tomek Kolczynski + Dramaturgie Judith Gerstenberg

BESETZUNG

Mit Katja Gaudard, Carolin Haupt, Vanessa Loibl, Philippe Goos, Mathias Max Herrmann, Rainer Frank, Dennis Pörtner, Sebastian Weiss, Pippa Ashton-Ribbe, Eva Kirsten, Lina Hüllmandel, Julia Peschel

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

Was für ein schöner Spielzeitauftakt! Hannoversche Allgemeine, 02.09.17
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Überzeugend Kreiszeitung, 04.09.17
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Ein intellektueller und sinnlicher Genuss Neue Presse, 02.09.17
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