Mephisto

nach dem Roman von Klaus Mann

Fr 23.02.18 | 19:30 | Schauspielhaus


  • © Karl-Bernd Karwasz

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ZUM STÜCK

»IM PARKETT RISS MAN MUND UND AUGEN AUF. MAN VERSCHLANG DIE GESTEN DER DREI MENSCHEN DORT OBEN IN DER LOGE ALS DAS AUSSERORDENTLICHES SCHAUSPIEL, ALS ZAUBERHAFTE PANTOMIME, DEREN TITEL LAUTET: DER SCHAUSPIELER VERFÜHRT DIE MACHT.«

 

Deutschland 30er Jahre. Der Schauspieler, von dem hier die Rede ist, heißt Höfgen, Hendrik Höfgen, ein Ausnahmetalent – von vielen bewundert, von vielen beneidet, von einigen verachtet. Die Macht – in persona des dicken Fliegergenerals und seiner Frau –, mit einer besonderen Affinität zur prunksüchtigen Inszenierung einer ganzen Nation, hält ihn sich als ihr Paradepferd, obwohl oder gerade, weil Höfgen nicht einer der ihren ist. Das lässt sie glänzen und ihn tanzen, während seine Kollegen ins Exil oder Gefängnis getrieben werden. Manche von ihnen kann er retten. Er ist gefährdet. Das weiß er. Durch seine politische Positionierung in früheren Jahren und durch seine sexuelle Neigung. Das wahre Wesen des Mephistopheles – Höfgens Lebensrolle – sei ihnen, den Mächtigen, erst durch sein Spiel so richtig vor Augen getreten, sagen sie und lachen. Sie tätscheln ihn und verachten ihn, schließlich ist er nur ein Schauspieler, ein käuflicher, so scheint es, dazu. Im Moment seines größten Erfolges, in jenem Moment in der Loge, weiß Höfgen: »Jetzt habe ich einen Flecken auf der Hand, den bekomme ich nie mehr weg – Jetzt habe ich mich verkauft – Jetzt bin ich gezeichnet.«

 


KLAUS MANN (1906 –1949) Der Publizist und Autor, Sohn von Katja und Thomas Mann, widmete sich von 1933 an primär dem antifaschistischen Widerstand, den er – rastlos zwischen verschiedenen Orten und Ländern pendelnd – aus dem Exil organisierte. Gequält von Schreibblockaden, Heroinsucht und politischer Desillusionierung, nahm er sich 1949 das Leben. Stets betonte er, dass er bei seinem Mephisto nicht am Einzelfall, sondern am Exemplarischen des Karrieristen interessiert war. Das Buch ist eine Abrechnung mit einem Künstler, der das Land nicht verließ und glaubte, seine Karriere in totalitären Zeiten als artistisch-politischen Hochseilakt meistern zu können.

 

Videokünstler Jan Speckenbach in unserer Radiosendung Theaterzeit zu Mephisto:

Regisseur Milan Peschel in unserer Radiosendung Theaterzeit zu Mephisto:

REGIETEAM

Regie Milan Peschel + Bühne Nicole Timm + Kostüme Magdalena Musial + Musikalische Leitung Daniel Regenberg + Video Jan Speckenbach + Dramaturgie Judith Gerstenberg

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Großer, kluger Wurf Deutschlandfunk Kultur, 17.02.18
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Bis über die Ohren muss sich Milan Peschel in Klaus Manns Mephisto versenkt haben, so intensiv setzt er sich damit auseinander. Es werden Filme und Revuen aus dieser Zeit gezeigt und nachgespielt (unvergesslich eine Szene aus M – Eine Stadt sucht einen Mörder), die Comedian Harmonists treten auf, es wird Goethe zitiert und gespielt, Hamlet, das Interview Gaus / Gründgens in einer grandios-bösen Telefonszene, im fliegenden Wechsel werden die Rollen getauscht, kurz erscheint der verzweifelte Klaus Mann selbst. Alle spielen hingebungsvoll und ich saß über drei Stunden völlig gebannt da, und könnte jetzt noch stundenlang weiterschwärmen... Eins noch: Die Aktualität dieses Buches, dieses Stoffes wird erneut, und z.T. erschreckend, unter Beweis gestellt!

Stefan M. Weber 16.02.2018, 08:08

Wir freuen uns schon auf die Premiere. Regie Milan Peschel, das wird spannend.

Harald Pawelzik 10.01.2018, 19:53

TERMINE & KARTEN

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